Blick über Gränichen mit der Über­bau­ung Spy­cher im Vorder­grund (Bilder/Visualisiserungen: zVg)

Bau­re­portage Wohnüber­bau­ung Spy­cher an der Lochgasse in Gränichen

Wohnüberbauung Spycher: Ein Ort mit viel Geschichte

17. Okto­ber 2019 | Bau­re­porta­gen-Pub­lire­porta­gen

Die Neubausied­lung Spy­cher in Gränichen set­zt sich aus ins­ge­samt zehn Häusern (109 Woh­nun­gen mit 3½ bis 4½ Zim­mern) zusam­men. Die Woh­nun­gen der 1. Etappe sind bere­its vol­lver­mi­etet. Das Pro­jekt an der Lochgasse zeich­net sich durch seine zurück­hal­tende und eben­so mod­erne wie effek­tive Architek­tur der Leutwyler & Sand­meier Architek­ten aus Suhr aus. Mit ihren exten­siv begrün­ten Flachdäch­ern schaf­fen die ein­laden­den Baut­en eine unmit­tel­bare Verbindung zur Natur – das näch­ste Wald­stück liegt nur einen Stein­wurf ent­fer­nt.

Das Pro­jekt an der Lochgasse zeich­net sich durch seine zurück­hal­tende und eben­so mod­erne wie effek­tive Architek­tur der Leutwyler & Sand­meier Architek­ten aus Suhr aus. Mit ihren exten­siv begrün­ten Flachdäch­ern schaf­fen die ein­laden­den Baut­en eine unmit­tel­bare Verbindung zur Natur – das näch­ste Wald­stück liegt nur einen Stein­wurf ent­fer­nt.
Schon im Alter­tum wusste man um die Attrak­tiv­ität der Wohn­lage: Bei der Erstel­lung der Neubaut­en kamen die Struk­turen eines Dor­fes aus der mit­tleren Bronzezeit zum Vorschein; laut den Archäolo­gen ein schweizweit einzi­gar­tiger Fund.

Bis heute präsen­tiert sich der Stan­dort als über­aus vorteil­haft. Dies nicht zulet­zt auf­grund sein­er ruhi­gen Lage. Im Zen­trum der Sied­lung ste­ht ein gut aus­ges­tat­teter Spielplatz, auf dem sich Kinder aus­to­ben kön­nen. Zwis­chen den einzel­nen Häusern find­en sich schön gestal­tete Grün­flächen mit Blu­men­wiesen und geschmack­vollen Gehölzen. Diese freien Flächen bescheren Ihnen nicht nur eine hohe Leben­squal­ität, son­dern ver­lei­hen dem Ensem­ble auch viel visuellen Raum. Eben­falls zum Pro­jekt «Spy­cher» gehört eine unterirdis­che Ein­stell­halle.

2. Etappe, Bezug­ster­min: 1. Oktober/1. Novem­ber 2019
Die Häuser der 2. Etappe E, F, G, H, I und K wer­den mit 80 Stu­dios, 2½-, 3½- und 4½-Zim­mer-Woh­nun­gen erstellt. In den Häusern H und I wer­den von der Domum Wohn­bau Genossen­schaft 40 Mehrgen­er­a­tio­nen-Woh­nun­gen (Stu­dios, 2½ und 3½ Zim­mer) konzip­iert und liegen auf vier Geschossen, wie das Haus G. Ein «Mieter-Spe­cial» mit Fit­ness­raum, Waschsa­lon und Sied­lungsas­sis­tenz ist hier Stan­dard.
Pro Mehrfam­i­lien­haus hat es einen Disponi­bel­raum und die Tief­garage bein­hal­tet ins­ge­samt 142 Plätze und erschliesst die Lochgasse sowie auch den Lochweg.

RED

Wohnüberbauung Spycher

Total sind es 10 Wohn­häuser mit Stu­dios bis 41/2-Zim­mer-Woh­nun­gen
Ins­ge­samt 109 Woh­nun­gen
142 Tief­gara­gen-Plätze

Baubeschrieb
Mas­siv-Bauweise
UG kom­plett in Beton, Aussen- und Innen­mauern teil­weise Beton
Deck­en in Beton
Ver­putzte Aussendäm­mung, abgerieben und gestrichen
Flachdäch­er schwarz, isoliert
Heizung mit­tel WP mit Tiefen­bohrun­gen, Boden­heizung
Bäder sind geplät­telt
In allen anderen Wohn­räu­men Par­kett
Wände abgerieben, Deck­en in Weis­sputz
Schöne Küchen mit mod­er­nen Appa­rat­en gemäss heutigem Stan­dard, San­itäre Appa­rate, WM/TU in der Woh­nung

Umge­bung
Grosszügige all­ge­meine
Aussen­flächen
Zen­trum ist der alte, denkmalgeschützte Spy­cher, der kom­plett ren­oviert wurde
Um den Spy­cher hat es Sitzbänke, hohe Bäume und Spielflächen für Kinder

Für den Architekten ein besonderes Projekt

Die Wohnüber­bau­ung Spy­cher ist für Kurt Sand­meier kein gewöhn­lich­er Auf­trag. Der Architekt ist 200 Meter neben der heuti­gen Über­bau­ung aufgewach­sen. Er schildert für den Lan­danzeiger die Entste­hungs­geschichte dieser für ihn speziellen Über­bau­ung:

«Ich bin in Gränichen aufgewach­sen; 200 Meter neben der heuti­gen Über­bau­ung Spy­cher. In mein­er Schulzeit haben die Brun­ners, die ehe­ma­li­gen Besitzer der Parzellen, Land­wirtschaft betrieben auf diesem Grund­stück. Damals waren noch keine grossen Maschi­nen in Betrieb. Bis etwa 1970 wurde der Boden mit dem Ein­satz von Kühen gepflügt. Da kann ich mich noch gut daran erin­nern.»
«Wie auch in anderen Gegen­den hat ein Land­wirtschafts­be­trieb irgend­wann nicht mehr gere­icht, um eine Fam­i­lie zu ernähren. Zudem haben sich die Nachkom­men für andere Berufe entsch­ieden und sind wegge­zo­gen. Das idyl­lis­che Bauern­haus der Fam­i­lie Brun­ner ist bis heute erhal­ten geblieben und wurde in den ver­gan­genen Jahren von ver­schiede­nen Men­schen bewohnt.»

Ich stand mit der Fam­i­lie Brun­ner immer in Kon­takt. Unter anderem haben wir zusam­men mit unseren Erbge­mein­schaften die Über­bau­ung an der Kirchen­feld­strasse real­isiert. Das sind drei Mehrfam­i­lien­häuser mit Eigen­tumswoh­nun­gen, vier Dop­pel-Ein­fam­i­lien­häuser und fünf Ein­fam­i­lien­häuser.
So kam es, dass die Erbenge­mein­schaft Brun­ner mich kon­tak­tiert hat betr­e­f­fend Verkauf dieses Grund­stück­es an der Lochgasse. Da es sich um eine Mehrfam­i­lien­zone han­delt, stand es gar nicht zur Diskus­sion, ob Ein­fam­i­lien- oder Mehrfam­i­lien­häuser auf der Parzelle entste­hen sollen.»
«Unser Architek­tur­büro hat ver­schiedene Pro­jek­te erstellt und diese diversen Inter­essen­ten vorgestellt. Mit Daniel Sieber von der Fir­ma Oel Pool AG haben wir einen Käufer gefun­den. Das Land, total 14054 Quadrat­meter, wurde am 10. Dezem­ber 2013 über­schrieben.

Die Baueingabe erfol­gte im Mai 2015. Mit Verzögerun­gen durch Ein­sprachen haben wir am 15. April 2016 die Baube­wil­li­gung erhal­ten. Allerd­ings gab es noch einen weit­eren Auf­schub: Archäolo­gen haben eine alte Römer­sied­lung ver­mutet. So wurde im Dezem­ber 2016 bis Okto­ber 2017 das ganze Gelände mit Spach­tel und Zahn­bürste bear­beit­et. Es ist ein­er der grössten Funde in der Schweiz.»«Im Dezem­ber 2017 kon­nten wir mit dem lang ersehn­ten Baus­tart losle­gen. Im Juni 2019 zogen die ersten Mieter ein.»

Wir sind stolz auf unser Pro­jekt. Dass wir damit richtig liegen, zeigt auch der tolle Ver­mi­et­stand. Zusät­zlich ist der Erfolg auch dem grossen Ein­satz von Moni­ka Goss­weil­er von der Fir­ma Immo­bilien House in Mellin­gen zuzuschreiben. Vie­len Dank! Gle­ichzeit­ig ist Moni­ka Goss­weil­er ein Teil des grossen Puzzels, welch­es vom Teil Bauland bis zur Fer­tig­stel­lung respek­tive Verkauf und Ver­mi­etung, stim­men muss.»
Speziell bedanken möchte ich mich bei Fre­di Roth für seinen uner­müdlichen Ein­satz; mit sein­er Dop­pel­funk­tion als Bauherrschaft und Bauleitung. Ein gross­es Dankeschön auch allen Beteiligten, die zur Real­isierung dieser Über­bau­ung beige­tra­gen haben.»

Kurt Sand­meier, Architekt
Leutwyler & Sand­meier Architek­ten, Suhr

Kontakt

Leutwyler & Sand­meier
Architek­ten
Obere Dorf­s­trasse 6
5034 Suhr

Tele­fon 062 842 63 42
www.l-und-s.ch

Architekt Kurt Sandmeier vor dem Spycher, welcher der Überbauung den Namen gibtBild: Kaspar Flückiger

Architekt Kurt Sand­meier vor dem Spy­cher, welch­er der Über­bau­ung den Namen gibt (Bild: Kas­par Flück­iger)

Die Aargauer Kantonsarchäologen gruben ein Jahr lang eine Siedlung aus der Bronzezeit aus (Bild: Kanton Aargau)

Die Aar­gauer Kan­ton­sarchäolo­gen gruben ein Jahr lang eine Sied­lung aus der Bronzezeit aus (Bild: Kan­ton Aar­gau)

Ein Dorf aus der Bronzezeit

Unter der Ober­fläche bei der Lochgasse in Gränichen ver­barg sich Span­nen­des. Die Kan­ton­sarchäolo­gie Aar­gau stoppte den Aushub der Über­bau­ung Spy­cher, weil sie wertvolle Funde ver­mutete. Und tat­säch­lich: Zum Vorschein kamen Über­reste ein­er Sied­lung aus der Bronzezeit. Die Archäolo­gen doku­men­tierten und bar­gen die archäol­o­gis­chen Reste, bevor sie der Wohnüber­bau­ung weichen mussten. Die Über­reste des 3500 Jahre alten Dor­fes grub die Kan­ton­sarchäolo­gie in zwei Kam­pag­nen 2016 bis 2017 aus. Die Baustelle für das Wohn­pro­jekt musste in dieser Zeit ruhen.

Zwis­chen Lochweg und Lochgasse in Gränichen wird auf ein­er Fläche von 10’000 Quadrat­metern  eine Grossüber­bau­ung mit zehn Mehrfam­i­lien­häusern entste­hen. Dem Neubau müssen die im Boden erhal­te­nen archäol­o­gis­chen Über­reste weichen. Daher ist eine Aus­grabung notwendig. Die aus­ge­grabenen Flächen wer­den ter­min­gerecht für den Neubau freigegeben, sodass es zu kein­er Bau­verzögerung durch die archäol­o­gis­chen Unter­suchun­gen kommt.

Wohnen am Bach
Die Fund­stelle Gränichen-Lochgasse liegt auf dem Schwemm­fäch­er des Lochbachs. Die Men­schen besiedel­ten in der Mit­tel­bronzezeit gerne solche Lagen an der Ein­mün­dung eines Bachs in das Haupt­tal. Hier fan­den sie ebe­nen Bau­grund und kon­nten das Wass­er des Bach­es nutzen. In der Umge­bung befind­en sich ausser­dem mehrere Quellen, die wohl auch in prähis­torisch­er Zeit geschätzt und genutzt wur­den. Der Boden, auf dem die Fund­stelle liegt, macht­en die Men­schen erst durch Dün­gung frucht­bar, in der Umge­bung befind­en sich ausser­dem viele von Natur aus frucht­bare Böden.

Sel­ten in der Schweiz
Die Aus­grabung (Okto­ber 2016 bis Okto­ber 2017) bestätigten, was sich bere­its bei den Vorun­ter­suchun­gen im Jahr 2015 abze­ich­nete: Die Men­schen siedel­ten in der mit­tleren Bronzezeit (etwa 1600–1300 v. Chr.) auf dem gesamten Are­al der Aus­grabung.

Bish­er sind in der Schweiz nur wenige mit­tel­bronzezeitliche Sied­lun­gen solchen Aus­mass­es bekan­nt. In Gränichen wird man einen grossen Teil der Sied­lung aus­graben kön­nen.

Auch Spuren aus der Latènezeit
Im west­lichen Bere­ich der Grabungs­fläche kamen ausser­dem Über­reste aus der Spät­latènezeit (etwa 150–15 v. Chr.) zum Vorschein. Diese Über­reste ste­hen im Zusam­men­hang mit der dama­li­gen Nutzung des Lochbach­es, ver­mut­lich fand hier Eisen­ver­ar­beitung statt.

Neue Erken­nt­nisse
Die Über­reste ermöglichen es den Archäologin­nen und Archäolo­gen, den All­t­ag der Men­schen, die hier lebten, zu rekon­stru­ieren. So wird es möglich, Haus­grun­drisse zu doku­men­tieren und die Aktiv­itäten der dama­li­gen Men­schen zu fassen, aber auch Infor­ma­tio­nen über die Ernährung der Men­schen zu erhal­ten, sowie regionale und über­re­gionale Beziehun­gen zu erken­nen. Dies ist eine ein­ma­lige Gele­gen­heit, denn die Mit­tel­bronzezeit ist bis­lang wenig erforscht.

Weit­ere Infos: www.ag.ch

Der Spycher bildet heute das Zentrum der Überbauung (Bild: Kaspar Flückiger)

Der Spy­cher bildet heute das Zen­trum der Über­bau­ung (Bild: Kas­par Flück­iger)