Zu viele Köche verderben den Brei!

Von | 14. Feb­ru­ar 2019 | Gedanken

Nach dem Nein der Buchser Bevölkerung zur Steuer­erhöhung und zum Kred­it des Zukun­ft­sraumes stellt sich ein­mal mehr die Frage, ob der Ein­wohn­errat abgeschafft wer­den müsse, da dieser für die Vor­la­gen ein­stand. Selb­stver­ständlich existieren da die unter­schiedlich­sten Mei­n­un­gen. Es gibt aber auch Erfahrun­gen aus der Nach­barschaft. Die Gemein­den Oftrin­gen und Aar­burg haben den Ein­wohn­errat schon vor einiger Zeit abgeschafft. In Oftrin­gen wur­den zudem zwei Anläufe zur Wiedere­in­führung abgelehnt.

Während acht Jahren führte ich die Redak­tion des All­ge­meinen Anzeigers Aar­burg. Damals existierte der Gemein­der­at noch in bei­den Gemein­den. Ich erin­nere mich noch sehr gut daran, denn die Sitzun­gen war lan­gat­mig, um nicht zu sagen müh­sam. Da sassen Leute im Ein­wohn­errat, die wirk­lich von Tuten und Blasen keine Ahnung hat­ten. Denen gings nicht ums Gemein­de­wohl, son­dern um eine Selb­st­be­weihräucherung. An Begehren man­gelte es nicht. Bloss wer das bezahlen sollte, stand auf einem anderen Blatt. Zu jen­er Zeit lebten bei­de Gemein­den über ihren Ver­hält­nis­sen, da oft Vorstösse kamen, die vom Gemein­der­at­stisch nie gekom­men wären.

Da ver­wun­derte es nicht, dass bei­de Gemein­den fast armen­genös­sig wur­den und mit man­gel­nden Finanzen zu kämpfen hat­ten.

Buchs ist ein ähn­lich­er Fall, wie das Oftrin­gen und Aar­burg waren. Die Gemeinde ist eigentlich zu klein für einen Ein­wohn­errat. Ein solch­er hat sich in Zen­trums­ge­mein­den wie Zofin­gen oder Aarau bewährt. Man kann nun natür­lich ein­wen­den, dass die Gemein­de­v­er­samm­lun­gen zu schlecht besucht wer­den. Das stimmt natür­lich schon, doch vielle­icht ist es da und dort auch deshalb, weil der Gemein­der­at gut und effizient arbeit­et und die Bevölkerung volles Ver­trauen in ihn hat. Das jüng­ste Beispiel in Muhen zeigt, dass die Demokratie doch auch funk­tion­iert. Nach der Gemein­de­v­er­samm­lung wurde das Ref­er­en­dum gegen die Erweiterung des Fuss­ballplatzes ergrif­f­en und nun wurde die Erweiterung an der Urne abgelehnt.

Wir besitzen dem­nach die Instru­mente, um erfol­gre­ich gegen Gemein­de­v­er­samm­lungs­beschlüsse vorzuge­hen. Wichtig ist es natür­lich, dass die Gemein­deräte sich denn auch wirk­lich für die Gemeinde ein­set­zen. Solche zu find­en, ist bekan­ntlich schon schw­er. Wie ungle­ich schwieriger ist es dann, geeignete Ein­wohn­erräte zu find­en? Da muss man dann schon jeden wählen, der sich irgend­wie nach einem Amt sehnt. Ich per­sön­lich bin für die Abschaf­fung des Ein­wohn­errates Buchs. Hinge­gen sehe ich ein, dass ein Ein­wohn­errat in der Kan­ton­shaup­tort Aarau dur­chaus seine Berech­ti­gung hat, obschon auch dort dessen Begehrlichkeit­en oft ufer­los sind.