Das sind die Sym­pto­me für eine mög­li­che Tuber­ku­lo­se-Erkran­kung (Bild: zVg)

Schu­len in Suhr und Ober­kulm mel­den:

Zwei Schüler an Tuberkulose erkrankt

12. Sep­tem­ber 2019 | News

Eine Pri­mar­schü­le­rin an der Schu­le in Suhr und ein Schü­ler der Real­schu­le Ober­kulm muss­ten wegen Tuber­ku­lo­se behan­delt wer­den. Laut «20 Minu­ten» soll es auch an der Berufs­schu­le Brugg einen wei­te­ren Fall geben. Im Aar­gau sind in die­sem Jahr bis­lang 26 Fäl­le gemel­det wor­den.

Vor weni­gen Tagen ver­schick­te die Gesamt­schul­lei­tung von Suhr ein Schrei­ben an 1350 Eltern und infor­mier­te dar­in über die Tuber­ku­lo­se-Erkran­kung einer Schü­le­rin an der vier­ten Pri­mar­schul­klas­se. Das erkrank­te Kind befin­det sich zur­zeit im Spi­tal. 28 Per­so­nen müs­sen zum Blut­test, weil sie wäh­rend der letz­ten zwei Mona­ten mehr als acht Stun­den mit dem erkrank­ten Kind in einem Raum ver­bracht hat­ten. «In die­sen Fäl­len bestehe ein Ansteckungs­ri­si­ko», heisst es im Schrei­ben wei­ter. Die Schu­le steht in Kon­takt mit der Lun­gen­li­ga Aar­gau und den Kan­tons­be­hör­den.

In den Som­mer­fe­ri­en erkrankt
Auch in Ober­kulm kam es zu einem Tuber­ku­lo­se-Fall. Dies bestä­tigt Alois Zwys­sig, Gesamt­schul­lei­ter Mitt­le­res Wynen­tal, gegen­über meh­re­ren Medi­en. Wäh­rend den Som­mer­fe­ri­en sei bei einem Mit­schü­ler der letzt­jäh­ri­gen ersten Real­schu­le eine Tuber­ku­lo­se-Erkran­kung fest­ge­stellt wor­den. Der Schü­ler wur­de behan­delt. «Die Schü­ler und Eltern der betrof­fe­nen Klas­se wur­den bereits Ende August infor­miert», sagt Zwys­sig. Nun müs­sen die Mit­schü­ler und Lehr­kräf­te zu einem Blut­test.

Im Kan­ton Aar­gau sind in die­sem Jahr den Behör­den bis­lang 26 Tuber­ku­lo­se-Fäl­le gemel­det wor­den, wie das Depar­te­ment Gesund­heit und Sozia­les (DGS) auf Anfra­ge mit­teil­te. «Das ist kei­ne Häu­fung und kei­ne Epi­de­mie», sag­te Jele­na Teu­scher, Spre­che­rin des DGS gegen­über der «Aar­gau­er Zei­tung».

550 Fäl­le pro Jahr
Die Tuber­ku­lo­se ist eine durch husten­de Erkrank­te über die Raum­luft über­trag­ba­re Krank­heit. In der Schweiz gibt es pro Jahr rund 550 Erkran­kun­gen, in der Mehr­zahl bei Migran­ten, wie das Bun­des­amt für Gesund­heit (BAG) schreibt. Die Über­tra­gung erfolgt, indem eine an Lun­gen­tu­ber­ku­lo­se erkrank­te Per­son bak­te­ri­en­hal­ti­ge Tröpf­chen aus­hu­stet, die dann in der Raum­luft schwe­ben und von ande­ren ein­ge­at­met wer­den. 

Eine Ansteckung ist erst nach zwei Mona­ten nach­weis­bar. Nur fünf bis zehn Pro­zent der Per­so­nen mit einer fri­schen Ansteckung erkran­ken spä­ter ein­mal, am ehe­sten innert zwei Jah­ren. Die Tuber­ku­lo­se ist mit spe­zi­el­len Anti­bio­ti­ka meist gut behan­del­bar. Ohne Behand­lung ver­läuft sie, nach einer meist län­ge­ren Erkran­kung, oft töd­lich.

Tuberkulose im Aargau: «Kein Grund zur Panik»

Die drei Fäl­le von Tuber­ku­lo­se-Erkran­kun­gen im Aar­gau­er sor­gen für gros­se Ver­un­si­che­rung. Dabei ist die Lun­gen­krank­heit in der Schweiz kei­ne Sel­ten­heit, wie die stell­ver­tre­ten­de Kan­tons­ärz­tin Sil­via Deh­ler auf Radio SRF erklärt.
«Tuber­ku­lo­se ist eine Erkran­kung, die nicht aus­ge­rot­tet ist», sagt Sil­via Deh­ler, stell­ver­tre­ten­de Kan­tons­ärz­tin im Gespräch mit den Regio­nal­jour­nal Aar­gau-Solo­thurn. «Sie kommt immer wie­der vor – auch im Kan­ton Aar­gau.» Schweiz­weit gebe es zwi­schen 400 bis 500 Fäl­le pro Jahr. Die neu­sten Fäl­le in Suhr, Ober­kulm und Brugg sei­en für sie nichts Unge­wöhn­li­ches.
«Es gehört fast zum All­tag dazu, dass Tuber­ku­lo­se immer noch auf­taucht bei uns in der Schweiz.»
Sil­via Deh­ler betont, dass Tuber­ku­lo­se längst nicht so ansteckend sei, wie ande­re Infek­ti­ons­krank­hei­ten. Es braucht einen sehr engen Kon­takt, bei­spiels­wei­se wie unter Fami­li­en­mit­glie­dern oder im ganz engen Freun­des- oder Bekann­ten­kreis. Also nicht zu ver­glei­chen mit Masern oder der Grip­pe.
Die stell­ver­tre­ten­de Kan­tons­ärz­tin ver­steht die Ver­un­si­che­rung, denn Tuber­ku­lo­se sei eine ernst­zu­neh­men­de Erkran­kung. Aber in unse­rem Gesun­d­heits-
system sei die Behand­lung mög­lich – und auch die früh­zei­ti­ge Dia­gno­stik. «Für Panik gibt es über­haupt kei­nen Grund», sagt Deh­ler abschlies­send. 

RAN